Juki - Farm
Kinder und Jugendfarm

21.07.2015 - Toben ohne Rücksicht zu nehmen


Langen - Feucht und bunt: Beim Farbenfest der Kinder- und Jugendfarm konnten sich Mädchen und Jungs am Sonntagnachmittag so richtig austoben. Von Christopher Hees

Genau darum geht es auf der Einrichtung grundsätzlich: Der Nachwuchs soll einen Platz haben, wo er nicht immer auf Nachbarn Rücksicht nehmen muss, sondern auch mal ungestört und vielleicht auch etwas lauter spielen kann. „Ursprünglich kommt das Farbfest aus Indien und heißt dort Holi-Fest. Damit sollen die Kastengrenzen, die die indische Gesellschaft stark prägen, für einen kurzen Zeitraum aufgelöst werden. Wir machen es aber nur aus Spaß für die Kinder “, erklärt Karin Eberhardt, Vorsitzende des Trägervereins der Kinder-und Jugendfarm (JuKi-Farm). Die JuKi-Farm ist ein Ort für Kinder aus dem umliegenden Nordend, in dem sie sich frei bewegen und entfalten können. „Viele Spiel- und Bolzplätze befinden sich mitten in den Wohngebieten und da kommt es dann häufig zu Streitigkeiten und Auseinandersetzungen mit Anwohnern. Wir bieten Kindern von Montag bis Samstag einen Platz, an dem sie sich austoben, Hütten bauen und sich um Tiere kümmern können“, erläutert Karin Eberhardt. Die JuKi-Farm finanziert sich vollständig aus Spendengeldern - vom Lions-Club Langen gab es am Sonntag 4.000 Euro. „Wir helfen Organisationen und Vereinen, die wenig bis keine Unterstützung erfahren“, erklärt Präsidentin Dr. Elke Vietor. Die Spende wird vor allem in den laufenden Betrieb der JuKi-Farm fließen: zur Bezahlung der Mitarbeiter, zur Anschaffung neuer Werkzeuge, zur Begleichung von Strom- und Wasserrechnungen. Der Trägerverein hat insgesamt 50 ehrenamtliche Mitglieder, von denen ungefähr 20 aktiv sind, und zwölf Honorarkräfte. Dies sind hauptsächlich Jugendliche, die selbst einen Teil ihrer Kindheit auf der Farm verbrachten und nun ihre Nachfolger bei Projekten und Spielen unterstützen. Aber nicht nur für neues Werkzeug und zur Bezahlung der Mitarbeiter wird Geld benötigt: Die JuKi-Farm soll wachsen. Seit geraumer Zeit steht der Umzug von der Elisabeth-Selbert-Allee an das nahegelegene Ende der Margarethenstraße im Raum, doch der wurde immer wieder verschoben. Zuletzt war er für Herbst geplant. „Das dortige Gelände gehört der Evangelischen Kirchengemeinde und ist zurzeit an einen Bauern verpachtet, der dort erst kürzlich Roggen säte. Der kann aber erst im Januar geerntet werden und von daher verschiebt sich unser Umzug”, berichtet Eberhardt. Das neue Gelände ist mit 6500 Quadratmetern deutlich größer als das in der Elisabeth-Selbert-Allee. „Wir könnten unser Angebot für die Kinder dort entsprechend erweitern. Schön wären ein Hühnerstall und ein kleiner Teich, den die Kinder selbst anlegen könnten. Sie sollen sehen, wie Pflanzen und Gemüse angebaut werden. Aber eigentlich sind wir eher nicht so pädagogisch. Uns geht es vor allem um Spaß für Kinder und ihre Eltern”, erzählt Eberhardt. Das Farbfest wurde zwar durch einen heftigen Platzregen verzögert, was der guten Laune aber keinen Abbruch tat. Nachdem der Regen vorbeigezogen war, begann der Countdown, dann schossen leuchtende Farben in die Luft. Auf den Regenbogen musste man nicht warten - den haben die Kinder einfach selbst gemacht.



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